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Stuhltest entdeckt Darmkrebs | Thema: Virtuelle Darmspiegelung | Diagnoseklinik München | Vorsorge-Archiv

Darmkrebs - mit neuem Stuhltest schneller entdeckt

Darmkrebs: der Hämoculttest (Stuhltest)

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebskrankheit bei Männern und Frauen. Mit dem 45. Lebensjahr steigt das Risiko, daran zu erkranken. Ab dem 45. Lebensjahr werden deshalb jährliche Stuhltest empfohlen, mit denen Darmkrebs frühzeitig erkannt werden können.

Mittels Hämocculttest wird verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl aufgespürt. Dieser Test ist eine sehr einfache Basisuntersuchung zur Darmkrebs-Vorsorge. Bei 35 Prozent aller Darmkrebs-Patienten ist Blut im Stuhl sichtbar, bei weiteren 35 Prozent nämlich nicht. Mit einem regelmäßigen Hämocculttest könnte die Sterblichkeitsrate um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Bisher spürten Hämocculttests Krebszellen jedoch nur zu etwa 30 Prozent auf. Nun hat das Gießener Unternehmen Schebo Biotech einen neuen Stuhltest entwickelt, der die Sicherheit von 30 Prozent auf etwa 85 Prozent erhöht. Der Stuhltest mit Namen "Tumor M2-PK" sucht nach einem Schlüsselenzym (Pyruvatkinase) im Zuckerstoffwechsel. Denn im Gegensatz zur gesunden Zelle bereitet die Tumorzelle aus Glukose keinen Brennstoff, sondern eine Substanz, die ihr Wachstum fördert. Bisher ist aber noch nicht eindeutig geklärt, ob alle Krebspatienten einen erhöhten Pyruvatkinase-Wert haben. Weitere Studien sollen das klären.

Eine hundertprozentige Sicherheit in der Darmkrebs-Diagnostik gewährt allein die Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei können auch Polypen, die als Vorstufe von Darmkrebs gelten, aufgespürt werden. Der bösartige Tumor entwickelt sich nämlich in 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen aus Wucherungen der Darmschleimhaut, aus eben den so genannten Polypen. Die Darmpolypen sind zunächst gutartig. Durch weitere Mutationen in den Schleimhautzellen aber entwickelt sich daraus ein bösartiger Tumor. Das dauert allerdings Jahre! Entdeckt man also einen solchen Darmpolyp, sollte er vollständig aus dem Darm entfernt werden.

Mittlerweile gibt es eine besonders schonende Alternative zur klassischen Koloskopie: die virtuelle Darmspiegelung. Dabei werden Kernspin- oder Computertomographie-Aufnahmen des Darmes in dreidimensionale Bilder umgewandelt. Anschließend geht es auf eine virtuelle Reise durch das Kolon. Die Darmschleimhaut kann dabei besonders gründlich auf Störungen und krankhafte Veränderungen untersucht werden. Damit bleibt dem Patienten der endoskopische Eingriff erspart.

Artikel aus dem Archiv Ihrer Vorsorge-Klinik, der Diagnoseklinik.