Früher erkennen.


Besser behandeln.


Gezielter vorsorgen.

Gelenktherapie (RSO)

Gelenktherapie (RadioSynOviorthese)

Gelenkbeschwerden mit der Radiosynoviorthese (RSO) lindern
Die Radiosynoviorthese (RSO) gilt seit vielen Jahren als effiziente und schonende Therapie bei chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen. Die Methode wird ausschließlich lokal angewendet, also nur dort, wo die Entzündung vorliegt.

Übersetzt bedeutet Radiosynoviorthese „Wiederherstellung (Orthese) der Gelenkinnenhaut (Synovia) durch Strahlung (Radi(ati)o)“. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass bei schmerzhaften chronischen Gelenkentzündungen die Beschwerden und auch die weitere Zerstörung des Gelenks durch eine übermäßig gereizte und verdickte Gelenkinnenhaut verursacht werden. Diesen Prozess in der Gelenkinnenhaut kann die RSO aufhalten oder zumindest stark verlangsamen, indem der Arzt Radionuklide (radioaktiv strahlende Substanzen) direkt in das betroffene Gelenk spritzt. Die Strahlung der Radionuklide zerstört den entzündeten Teil der Synovia. Durch die lokale Strahlung verschorft das verdickte Gewebe, die Schwellung geht zurück und die Schmerzen lassen nach. Je nachdem, wie groß das Gelenk ist, kommen unterschiedliche Radionuklide zum Einsatz.

Wirkung der Radiosynoviorthese

Durch die Verschorfung der Gelenkinnenhaut geht die Schwellung zurück. Außerdem werden die Kanälchen, aus denen die Erguss-Flüssigkeit in die Gelenkhöhle drang, verschlossen und feinste Nervenendigungen ausgeschaltet, so dass das Schmerzempfinden deutlich vermindert wird. Einige Wochen nach der Behandlung verbessert sich in den meisten Fällen auch die Beweglichkeit und damit die Funktion des Gelenks. Da es leider nicht möglich ist, bereits angegriffene Gelenkknorpel wiederherzustellen, sollte eine RSO nicht zu spät erfolgen.

Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen
Vorübergehende Nebenwirkungen oder bleibende Schäden durch die RSO sind äußerst selten, dennoch klären wir alle Patienten im Rahmen unserer Aufklärungspflicht über folgende Möglichkeiten auf:

  • Nach dem Spritzen des Radionuklids kann eine kurzfristige Verstärkung der Entzündung mit Zunahme von Schwellung und Schmerzen spürbar sein.
  • Wird das Radionuklid nicht exakt in die Gelenkhöhle gespritzt, kann es in der Umgebung des Gelenks zum Absterben von Gewebe (Nekrosen) kommen. Um dies zu verhindern, wird die richtige Platzierung der Nadel stets per Röntgendurchleuchtung überprüft.
  • Auch das Verbleiben bzw. Zurückfließen des Radionuklids in den Stichkanal könnte zu Gewebsschäden führen. Deshalb spülen wir den Kanal danach mit kortisonhaltiger Lösung und stellen das Gelenk für zwei Tage ruhig.
  • Vereinzelt kann eine fieberhafte Reaktion auf das Einspritzen des Radionuklids erfolgen, oder ein Lymphödem des behandelten Körperteils zu sehen sein.

Aufgrund der eingesetzten Beta-Strahler bei der Wahl des Radionuklids beschränkt sich die Strahlung primär auf das behandelte Gelenk, die Strahlenexposition für den restlichen Körper ist gering. Damit das Radionuklid sich nicht über die Lymphe verteilt, ist auf die 48-stündige Ruhigstellung des Gelenks zu achten.

Gründe und Ausschlussgründe
Die Frage, ob ein chronisch entzündetes Gelenk vorliegt, für das eine RSO in Frage kommt, wird in Zusammenarbeit mit Orthopäden und Rheumatologen geklärt; außerdem erfolgt als Voruntersuchung eine Skelettszintigraphie, bei der sich entzündete Gelenke in charakteristischer Weise abbilden. Bei rheumatischen Gelenkbeschwerden geht üblicherweise ein halbes Jahr eine herkömmliche Behandlung voraus. Führt diese nicht zum Erfolg, spricht das für eine RSO. Wurde ein Gelenk operiert, sollte mindestens sechs Wochen mit der RSO gewartet werden. Typische Krankheitsbilder, die eine RSO nötig machen, sind die Rheumatoide Arthritis, entzündlich aktivierte Arthrosen, Arthropathien bei Bluterkrankheit, anhaltende Reizzustände nach dem Einsetzen von Gelenkprothesen, Kristallarthropathie, Seronegative Spondylartropathie und die pigmentierte villonoduläre Synovialitis. Die RSO wird nicht durchgeführt in der Schwangerschaft oder der Stillzeit, bei Infektionen des Gelenks, Hauterkrankungen an der Einstichstelle, massivem Bluterguss im Gelenk, einer weitgehenden Gelenkinstabilität, einem Knochenbruch, der das Gelenk betrifft oder einer geplatzten sog. Bakerzyste. Bei Kindern und Jugendlichen muss der Einzelfall genau diskutiert werden.