MRT besser als herkömmliche Mammographie
MRT besser als herkömmliche Mammographie
In den meisten radiologischen Lehrbüchern ist noch immer zu lesen, die MRT der weiblichen Brust sei nicht geeignet, um frühe Stadien von Brustkrebs zu erkennen - das ist falsch, sagt jetzt eine Studie der Universität Bonn*, und fügt sogar hinzu: Die MRT ist der Röntgen-Mammographie überlegen!
Die kontinuierliche Verbesserung der Kernspintomographen (MRT) zahlt sich aus. Immer schnellere und höher auflösende Sequenzen machen die MRT zu einer immer präziseren bildgebenden Untersuchung.
Auf diese Weise erobert die MRT Stück um Stück die Domänen, die bislang anderen bildgebenden Untersuchungen vorbehalten waren. Bisher dachte man z.B. bei der Brustkrebsvorsorge, die Mammographie mittels Röntgenstrahlung sei am besten geeignet, weil nur dort der sogenannte Mikrokalk dargestellt wird, ein mögliches Frühzeichen eines entstehenden Karzinoms.
Zwar kann die MRT nach wie vor keinen Mikrokalk darstellen. Jedoch zeichnen entstehende Frühkarzinome noch andere Veränderungen im Brustgewebe aus, z.B. winzige neu gebildete Blutgefäße. Weil sich dort aber das Kontrastmittel besonders stark anreichert, können mit dem Kernspin durch diesen Hinweis die Herde aufgespürt werden - und das auch bei denjenigen Brustkrebsarten, die keinen Mikrokalk bilden!
So konnten in der Bonner Studie* mittels MRT 98% der besonders aggressiven Brustkrebsvorstufen entdeckt werden, während die Röntgenmammographie nur 52% aufspürte. Und auch, wenn man alle Brustkrebsarten zusammen betrachtete, war die MRT deutlich überlegen: Bei 7.319 untersuchten Frauen wurden in der MRT 153 Befunde sichtbar gemacht, während es bei der Röntgenmammographie nur 93 waren.
Hält man sich dann noch vor Augen, dass Kernspintomographen vollkommen ohne Strahlenbelastung auskommen, kann heutzutage die bildgebende Methode der Wahl für die Brustkrebsvorsorge nur lauten: Die MRT als MR-Mammographie!
Bei uns in der Diagnoseklinik München kommt bei der MRT der Brust ein modernstes MR-Gerät zum Einsatz sowie spezielle sogenannte CAD-Software die den Arzt bei der Auswertung der Aufnahmen unterstützt und die Diagnose noch zuverlässiger macht und die Befunde übersichtlich dokumentiert, so dass der weiterbehandelnde Arzt sich ein klares Bild von der Situation der Patientin machen kann.
Zusätzlich führen wir, wenn nötig, noch eine sogenannte MR-Spektroskopie durch, mit der krebstypische Stoffwechselprodukte im Brustgewebe nachgewiesen werden können, und zwar ohne, dass eine Gewebsprobe entnommen oder ein anderer Eingriff vorgenommen werden muss. Dies macht die Diagnose noch zuverlässiger.
siehe Lancet 2007; 370: 485–92 (www.thelancet.de/artikel/897084)
siehe Deutsches Ärzteblatt (Download als PDF-Datei HIER)



